Umfragen Am Puls der regionalen KMU

Seit 2009 erhebt KMU Region Brugg mit der repräsentativen Umfrage „Pulsmesser“ die aktuelle Befindlichkeit des regionalen Gewerbes. Der „Pulsmesser“ gibt Aufschluss über Umsatz- und Gewinnentwicklung im abgeschlossenen Geschäftsjahr sowie über die Erwartungen für das nächste Jahr insgesamt. 

Pulsmesser 2016: Durchzogene Bilanz des Jahres 2015 – verhaltene Prognose für 2016

Bei den KMU der Region Brugg entwickelten sich die Umsätze besser als die Gewinne. Die Branchen schnitten unterschiedlich ab. Die Prognosen für 2016 sind insgesamt vorsichtig.

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Alljährlich befragt KMU Region Brugg, die Dachorganisation der Gewerbevereine der Region, ihre Mitglieder zum Stand der Geschäfte. Die diesjährige Umfrage, ausgewertet durch die OBT AG Brugg, zeigt für 2015 je nach Branche recht unterschiedliche Ergebnisse: Während die Dienstleistungsbetriebe ein erfreuliches Geschäftsjahr erlebten, wirkte sich die schwierige Währungssituation bei den exportorientierten Betrieben und im Detailhandel negativ aus, und im Baugewerbe liess die Dynamik der letzten Jahre spürbar nach. In allen drei genannten Branchen war vor allem die Gewinnentwicklung unbefriedigend (s. Chart). Dennoch haben 26% der Firmen 2015 den Mitarbeiterbestand nochmals erhöht, und nur 11% melden per Ende 2015 weniger Beschäftigte als vor Jahresfrist.

Für 2016 rechnen vor allem jene Branchen, die schon 2015 weniger gut abgeschnitten haben, mit anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen. Der Franken hat sich zum Euro Anfang Jahr etwas abgeschwächt, die Währungssituation bleibt aber belastend. Zudem zeichnet sich in der abflauenden Baukonjunktur keine Trendwende ab. Und über alle Branchen hinweg machen sich die Unsicherheiten, welche die Wirtschaft global belasten, in zurückhaltenden Prognosen bemerkbar. Unterm Strich erwarten 23% der Firmen tiefere und nur 17% höhere Umsätze. Mit tieferen Gewinnen rechnen sogar 32%, während nur 19% von einer Gewinnsteigerung ausgehen. Etwas abgenommen hat auch die Investitionsbereitschaft der KMU, bleibt aber per Saldo im positiven Bereich. Jürg Michel, Leiter Treuhand der OBT AG Brugg: «Darin zeigt sich der Wille der regionalen Unternehmen, auch in schwierigen Situationen weiter an der Firmenzukunft zu bauen.»

 

Pulsmesser 2015: Zum Glück wird viel gebaut

Die KMU der Region Brugg hatten ein anständiges Geschäftsjahr 2014. Hauptverantwortlich dafür war das Bauhaupt- und Nebengewerbe. Die Aussichten für 2015 sind durchzogen.

Alljährlich befragt KMU Region Brugg, die Dachorganisation der fünf Gewerbevereine der Region, ihre Mitglieder zum Stand der Geschäfte. Nach den Ergebnissen der diesjährigen Umfrage muss das zurückliegende Geschäftsjahr ein gutes gewesen sein: Unter dem Strich vermelden die Firmen einen Positivsaldo in der Beschäftigung, beim Umsatz und auch beim Gewinn (siehe Grafik).

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Allerdings ergibt eine Auswertung nach ausgewählten Branchen ein differenziertes Bild. Eindeutig überdurchschnittlich trägt das Bauhaupt- und Nebengewerbe zum positiven Gesamtbild bei. In allen Kategorien – Beschäftigung, Umsatz, Gewinn – schliesst die Branche überdurchschnittlich gut ab. Am eindrücklichsten ist die Bilanz der Branche für den Arbeitsmarkt: Nur 4% der Firmen haben Stellen abgebaut, 48% dagegen haben den Personalbestand erhöht.

Weniger gut schloss der Detailhandel das Geschäftsjahr 2014 ab. In dieser Branche fällt auf, dass die Zahl der Firmen, die von einem konstanten Geschäftsgang berichten, sehr klein ist. Die Branche ist von Schwankungen beim Umsatz und beim Gewinn überdurchschnittlich betroffen – und sie schafft kaum neue Arbeitsplätze. «Der Detailhandel unserer Region wird derzeit dreifach herausgefordert», sagt dazu Jürg Michel, Leiter Treuhand der OBT AG Brugg: «Der Online-Handel nimmt zu, der Einkauf von Produkten des gehobenen Bedarfs verlagert sich in die Grossstädte, und der Einkaufstourismus wird wegen des schwachen Euros für die Konsumenten immer verlockender.» Seit dem 15. Januar 2015 – damals entschied die Nationalbank, den Wechselkurs Franken–Euro freizugeben – ist das Business für den grenznahen Detailhandel nochmals härter geworden. Dazu Michael Walser, Präsident der Vereinigung Neumarkt Brugg, und Sportfachhändler: «Die Währungssituation wird unseren Detailhandel allgemein negativ beeinflussen. Wie heftig sich dies auf den Umsatz auswirkt, hängt aber sehr stark von den verschiedenen Branchen und dem Bekanntheitsgrad des Geschäftes ab. Geschäfte, die sich das Thema Kundenbindung in den letzten Jahren gross auf die Fahne geschrieben haben, werden von Umsatzrückgang nicht so stark betroffen sein.»

Vergleichsweise konstant verlief das Jahr für die Dienstleister der Region. Per Saldo haben sie neue Stellen geschaffen und den Umsatz erhöhen können, nicht aber den Gewinn. Jürg Michel: «Auch Dienstleistungen sind heute einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt und stehen unter Margendruck.»

In ihren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 sind die Firmen der Region Brugg vorsichtig optimistisch und zählen dabei vor allem auf eine anhaltend solide Nachfrage des regionalen Markts. Immerhin ein Drittel der Unternehmen (34%) rechnet damit, den Umsatz erhöhen zu können und plant entsprechend auch eine Erhöhung der Investitionen (27%). Weniger günstig sind die Aussichten für Stellensuchende: Zwar planen 13% der Firmen, zusätzliche Stellen zu schaffen, allerdings prognostizieren gleichzeitig 9% der Firmen einen Stellenabbau. Paul Stalder, Leiter KMU Region Brugg, resümiert: «2015 wird für die KMU unserer Region ein Jahr der Bewährung. Viele Rahmenbedingungen sind unstabil geworden. Ideen, Unternehmergeist und Optimismus sind jetzt gefragt.»

 

Pulsmesser 2014: Der Optimismus überwiegt

Die Unternehmen der Region Brugg haben ein durchschnittlich gutes Jahr hinter sich und blicken mehrheitlich zuversichtlich ins Geschäftsjahr 2014. Bei ihren Wünschen an die kommunale und regionale Politik setzen sie klare Prioritäten.

Geschäftsverlauf: 2013 in ruhigeren Bahnen  

Nach den zwei sehr guten Jahren 2011 und 2012 verliefen die Geschäfte im Gewerbe der Region Brugg 2103 in etwas ruhigeren Bahnen. Nur noch 34% der Firmen melden höhere Umsätze (Vorjahr 48%), bei 30% sind auch die Gewinne gestiegen (Vorjahr 40%). Die Zahl der Firmen, die einen Umsatzrückgang verzeichneten, blieb in etwa konstant (28%, Vorjahr 23%), das gleiche gilt für Firmen mit rückläufigem Gewinn (27%, Vorjahr 28%). «Dabei ist im Unterschied zum Vorjahr keine eindeutige Branchentendenz auszumachen», berichtet Jürg Michel, Leiter Treuhand der OBT AG Brugg, die für KMU Region Brugg die Umfrageresultate auswertet, «es dürfte sich also mehrheitlich um natürliche Schwankungen im Geschäftsverlauf handeln.» Mehrheitlich günstig schätzen die Firmen die Aussichten fürs Geschäftsjahr 2014 ein. Über ein Drittel rechnet mit steigenden Umsätzen und Gewinnen (siehe Chart).

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Klare Erwartungen an die regionale/lokale Politik  

 In der diesjährigen Pulsmesser-Umfrage wollte KMU Region Brugg von den Firmen ausserdem wissen, welche Wünsche sie für die Anfang 2014 begonnene vierjährige Amtsperiode an die politischen Behörden der Region haben. Drei Punkte wurden als wichtig bis sehr wichtig eingestuft. An erster Stelle steht, dass die Gemeinden bei der Vergabe von Aufträgen an die Wirtschaft wo immer möglich das lokale und regionale Gewerbe berücksichtigen sollten. «Ein Thema, das wir im Dialog mit der Politik immer wieder ansprechen», sagt Paul Stalder, Regionalvertreter im Vorstand des Aargauischen Gewerbeverbands und Leiter von KMU Region Brugg: «Nicht alle Gemeindebehörden nutzen hier den Spielraum genügend, den ihnen die Submissionsvorschriften lassen.»

Als fast ebenso wichtig wird ein aktives Standortmarketing eingesetzt. Paul Stalder: «Standortmarketing wird in einigen Gemeinden noch immer zu wenig als Aufgabe der öffentlichen Hand verstanden.» Bei den weiteren Wünschen rangiert die moderate Steuerbelastung vor der weiteren Verbesserung der Verkehrssituation, und als etwas weniger wichtig stufen die Firmen das Vorantreiben von Gemeindefusionen und den Ausbau der Tagesstrukturen an den Schulen ein.

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Pulsmesser 2013: Das regionale Gewerbe auf Kurs

Nach 2011 ein weiteres gutes Jahr für die regionalen KMU – verhalten optimistische Prognose

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Auch KMU können sich mal verschätzen. Vor einem Jahr hatten die Unternehmer der Region Brugg die Aussichten für 2012 skeptisch beurteilt. Rund jedes vierte Unternehmen glaubte, den Umsatz steigern zu können – nun weist fast jedes zweite Unternehmen höhere Umsätze aus. Noch besser sieht es bei den Gewinnen aus. 17 Prozent der Firmen sahen einen höheren Gewinn voraus – tatsächlich verbesserte sich die Gewinnsituation aber bei 40 Prozent der Firmen. Insgesamt zeigt sich, dass das Jahr 2012 für die KMU ziemlich genau gleich viel Umsatz- und Gewinnwachstum brachte wie das ebenfalls gute Jahr 2011.

Billige Kredite und Zuwanderung sind zwei Faktoren, die auch im Jahr 2012 die Baubranche begünstigt haben. Dort konnten überdurchschnittlich viele Anbieter Umsatz und Gewinn halten oder steigern. Im Branchenvergleich fällt als Gegenpol der lokale Detailhandel auf. Dort finden sich überdurchschnittlich viele Firmen, die 2012 einen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen mussten. Immerhin sind die regionalen Fachhändler für 2013 zuversichtlicher. Ihre Prognosen bewegen sich ziemlich genau auf dem Niveau des Durchschnitts aller Branchen.

Insgesamt fällt der Blick in die Zukunft leicht optimistischer aus als vor einem Jahr. 33% der Firmen glauben, den Umsatz steigern zu können (Vorjahr: 17%), 26% rechnen mit höheren Gewinnen (Vorjahr: 17%). Nur 13% (Vorjahr: 21%) kalkulieren sinkende Umsätze ein, 21% tiefere Gewinne (Vorjahr: 24%). Die Investitionen dürften in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben, ebenso der Personalbestand. Nach drei Jahren des Ausbaus scheint sich hier eine Verschnaufpause abzuzeichnen.

Pulsmesser 2009 bis 2012: Die Rückschau

Kein Jahr war wirklich schlecht – dank Bevölkerungswachstum und ausgewogenem Branchenmix

Im Rückblick auf die ersten vier Pulsmesser-Umfragen fallen zwei Punkte auf:

  1. Die Umfrageergebnisse korrelieren recht gut mit der Entwicklung des realen Bruttoinlandprodukts in der gesamten Schweiz. 2010 war das wachstumsstärkste Jahr, gefolgt von 2008, 2011 und 2009. Allerdings erlitt die Schweizer Wirtschaft 2009 infolge der Finanzkrise einen herben Rückschlag (minus 2%), während die KMU der Region Brugg per Saldo doch noch leicht positiv abschlossen.
  2. Seit 2009 haben die Unternehmer/innen von KMU Region Brugg mehrheitlich zu pessimistische Prognosen für das folgende Jahr abgegeben. Einerseits wohl aus vernünftiger Vorsicht, anderseits haben sie möglicherweise die regional wirksamen positiven Sonderfaktoren unterschätzt, vor allem die überdurchschnittlich intensive Bautätigkeit im institutionellen und im Wohnungsbau.

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