Im Gespräch

«Ein Fachausweis für Frauen, die führen»

renatekaufmann

In jedem dritten KMU wirken Frauen an führender Stelle mit. Viele haben sich mit «Learning by Doing» ein breites Managementwissen angeeignet. Jetzt können sie einen eidgenössischen Fachausweis dafür erwerben. Renate Kaufmann von der Geschäftsleitung des AGV über einen Ausbildungsgang, der auch ohne Schulbank drücken zum Ziel führt.

Renate Kaufmann ist Mitglied der Geschäftsleitung des Aargauischen Gewerbeverbands, Präsidentin der KMU Frauen des Kantons Aargau und Vertreterin des Aargaus bei den Kantonalen KMU Frauen Schweiz.

KMU Region Brugg: Frau Kaufmann, wir kennen das Klischee: «Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau.» Eine Frau also, die fleissig und kompetent im Hintergrund wirkt. Was sagen Ihre Statistiken über Frauen in KMU?

Renate Kaufmann: Manchmal steht hinter oder neben dem starken Mann tatsächlich eine starke Frau, manchmal steht sie aber auch allein an der Front! Die wichtigste Zahl: In 34 Prozent aller KMU im Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) wirken Frauen als Inhaberinnen, als Geschäftsführerinnen, als Kader oder als Partnerin des Unternehmers in der Firma mit. Das sind gegen 160000 Frauen.

Für diese Frauen haben SGV und KMU Frauen nun einen neuen Ausbildungsgang geschaffen. Er führt zum Abschluss «Fachfrau Unternehmensführung KMU mit eidgenössischem Fachausweis». Dabei soll die Berufsprüfung ohne Schulbesuch bestanden werden können. Werden da etwa Diplome verschenkt?

Natürlich nicht. Das Spezielle an dieser neuen Berufsprüfung ist, dass sie auf der Anerkennung der bereits erlangten Berufserfahrung basiert. Diese Berufserfahrung hat die Kandidatin jedoch nachzuweisen (die sogenannte Validierung). Und das ist dann doch ein gutes Stück Arbeit.

Das Spezielle an der neuen Berufsprüfung ist, dass sie auf der Anerkennung der bereits erlangten Berufserfahrung basiert.

Wie sieht diese Arbeit aus?

Sie beginnt mit einer Selbsteinschätzung aufgrund eines Fragebogens mit gegen 500 Fragen. Danach begleitet ein Coach die Absolventin beim Ausarbeiten eines sogenannten Performanzdossiers. Dieses Dossier ist innert 10 Monate überwiegend selbständig zu erarbeiten; an zwei Vertiefungswochenenden lassen sich die Fortschritte kontrollieren und Fragen klären. Den Abschluss bildet eine mündliche Prüfung.

Was ist dieser Abschluss denn wert? Mit welchen anderen Diplomen ist er vergleichbar?

Er enspricht dem Diplom einer Höheren Fachschule, etwa als Betriebswirtschafter des Gewerbes.

Und wem empfehlen Sie jetzt diesen Abschluss?

Der Ausbildungsgang richtet sich an Frauen, die eine KV-Lehre absolviert haben oder ein anderes Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis vorweisen können sowie über mindestens fünf Jahre Berufserfahrung mit Führungsaufgaben im KMU oder ohne EFZ-Abschluss als Kauffrau mit mindestens 8 Jahren Berufserfahrung mit Führungsaufgaben im KMU verfügen. Für diese Frauen bedeutet das Diplom eine Bestätigung ihrer Kompetenzen als KMU-Führungskraft. Das stärkt nicht nur ihre Stellung im Unternehmen und auf dem Arbeitsmarkt, es macht sie auch unabhängiger.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Leistungen von Frauen in KMU in der Öffentlichkeit anerkannt werden, und fördern die Vernetzung.

Frau Kaufmann, Sie sind aargauische Kantonalpräsidentin der Organisation KMU Frauen Schweiz. Was steht auf Ihrem Programm?

Die KMU Frauen gibt es auf nationaler Ebene seit 1994. Wir verstehen uns als Netzwerk der mitarbeitenden Partnerinnen und selbständigen Unternehmerinnen in KMU. Unter dem Motto «anerkennen-integrieren-vernetzen“ setzen sich die KMU Frauen Schweiz mit Unterstützung des Schweizerischen Gewerbeverbands dafür ein, dass ihre Leistungen in der Öffentlichkeit anerkannt und dass sie in den bestehenden Strukturen besser integriert werden und sich vernetzen können. Im Aargau sind wir daran, unsere Organisation auszubauen. Derzeit laden wir die Frauen jährlich zu einem gemeinsamen Anlass ein. Mit der neuen Website des AGV, die im Jubiläumsjahr 2019 online geht, werden wir auch eine verstärkte Internetpräsenz realisieren.

Frau Kaufmann, danke fürs Gespräch.

Weitere Informationen

Interessieren Sie sich für die Ausbildung «Fachfrau Unternehmensführung KMU»? Möchten Sie bei den KMU Frauen aktiv mitwirken? Siehe www.kmufrauenschweiz.ch, oder nehmen Sie mit Renate Kaufmann Kontakt auf: r.kaufmann@agv.ch / Telefon 062 746 20 40.

 

 

«Wir wollen nicht First Mover sein –
aber vorne mit dabei»

Die IBB Energie AG in Brugg bietet laut ihrem Firmenslogan «den Anschluss ans Leben». Hat sie auch Anschluss an Industrie 4.0? Wir fragten Ralph Zebert, Geschäftsleiter Energie-Dienstleistungen.

Ralph Zebert

KMU Region Brugg: Herr Zebert, im IBB-Geschäftsbericht 2015 haben wir das Stichwort Digitalisierung in Zusammenhang mit Energie-Dienstleistungen gerade mal an einer Textstelle gefunden. So heiss wird das Eisen bei Ihnen wohl noch nicht geschmiedet?

Ralph Zebert: Wo denken Sie hin! Digitalisierung beschäftigt uns intensiv in mehreren Projekten, die teils abgeschlossen, teils in der Umsetzungsphase sind, andere bestehen als kreative Visionen..

Ein paar Beispiele wären jetzt schön.

Stark verändert hat sich unser Energieeinkauf durch die Einführung einer Online-Beschaffungsplattform, über die wir unsere Verträge abschliessen und das ganze Strom-Portfolio verwalten. Sie können das mit E-Banking vergleichen. Auf jeden Fall macht uns dieses Tool wesentlich agiler im Energiehandel. Dann sind wir dran, unsere gesamten Serviceleistungen auf digitale Abwicklung über Tablets umzustellen, von der Auftragserfassung über die Ausführung bis zur Rechnungsstellung. Ausserdem befinden wir uns mitten im Übergang zum Smart Metering: Da kommt nicht mehr der Stromableser ins Haus, um den Verbrauch zu messen. Stattdessen wird der neue Zählerstand per Funk übertragen und dann die Rechnung direkt ausgelöst. Bisher hat sich diese Technologie wegen der hohen Kommunikationseinrichtungskosten erst in Gebäuden mit einer grösseren Zahl von Anschlüssen gelohnt, aber die Lösung zur Senkung dieser Kosten zeichnet sich jetzt ab..

Die neue Online-Beschaffungsplattform macht uns wesentlich agiler im Energiehandel.

Ok, ich nehme meine Anfangsvermutung zurück: Sie haben ja mehrere Eisen im Feuer. Die Beispiele, die Sie bis jetzt erwähnt haben, dienen alle der Erhöhung Ihrer betrieblichen Effizienz. Ist Digitalisierung denn für Sie auch mit Blick auf den Kundennutzen ein Thema?

Unbedingt. Diesen Frühling führen wir beispielsweise das neue Kundenportal ein. Hier kann unser Energiekunde sein eigenes Kundenkonto führen, Rechnungen und Verbräuche kontrollieren, Auswertungen vornehmen und Mutationsmeldungen einreichen. Ein Gewinn an Transparenz und eine Vereinfachung des Kundendialogs zugleich!.

Das neue Kundenportal ist ein Gewinn an Transparenz und vereinfacht den Kundendialog.

Der Strommarkt in der Schweiz ist im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern nur teilweise liberalisiert. Während Grosskunden ihren Energiepartner frei wählen können, sind Kleinverbraucher, also auch alle privaten Haushalte, weiterhin gebunden. Da können Sie ja zumindest bei dieser Kundengruppe die Hände getrost in den Schoss legen …

… was wir aber tunlichst bleiben lassen! In der Tat hat die Schweiz die vollständige Liberalisierung des Strommarkts noch einmal hinausgeschoben. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und wir wollen bereit sein, wenn die Stunde Null kommt. Darum beschäftigen wir uns intensiv – ich habe die kreativen Visionen schon erwähnt – mit künftigem Produktdesign und Marketing in einem kompetitiven Umfeld auch im Consumer Markt. Da werden die jungen, mobilen und internetaffinen Kunden für uns wichtig sein, und einen entsprechend hohen Stellenwert haben in unseren Überlegungen für die digitalen Kommunikationskanäle.

Zusammengefasst: Welche Digitalstrategie verfolgen Sie?

Wir setzen Digitalisierung überall dort ein, wo sie einen Kundennutzen bewirkt und wirtschaftlich vorteilhaft erscheint. Dabei handeln wir proaktiv, aber nicht übereilt. Das bedeutet, dass wir nicht immer zu den „First Movern“ zählen müssen, aber immer vorne mit dabei sein wollen.

Herr Zebert, danke fürs Gespräch.

(Februar 2017)

 

«Bereits mitten im Transformationsprozess»

Digitalisierung, Big Data und Online-Processing sind Themen, die auch die Banken umtreiben. Und wie!
Wir sprachen mit Roberto Belci, Mitglied der Geschäftsleitung der Neuen Aargauer Bank und Leiter Private Banking-, Privat- und Firmenkunden.

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KMU Region Brugg: Herr Belci, in der Finanzbrache drängen die sogenannten Fintech-Unternehmen auf den Markt, die Finanzdienstleitungen voll digitalisiert anbieten. Sie kommen ohne Banklizenz und ohne Filialnetz aus. Microsoft-Gründer Bill Gates hat diese Entwicklung mit der Bemerkung kommentiert: «Banking is necessary, banks are not.» Sind Banken wie die NAB bald Geschichte?

Roberto Belci: Ganz bestimmt nicht. Banken werden die tragenden Säulen der Finanzbranche bleiben. Aber sie werden sich verändern. Oder, genauer gesagt: Sie befinden sich bereits mitten in diesem Transformationsprozess.

Wie spielt sich dieser ab, und wo setzt die NAB die Akzente?

Banken sind, was die internen Prozesse und die Datenhaltung anbelangt, heute schon hochgradig digitalisiert, da zählt die Branche im Quervergleich zu den Leadern. Die Herausforderung liegt also hauptsächlich darin, die Digitalisierung auch auf die Kundenbeziehung auszudehnen. Da ist bei uns schon einiges verwirklicht. Im Online-Banking nab.directnet.com verwalten Sie Ihr Konto, wickeln Ihren Zahlungsverkehr ab und handeln mit Wertschriften, etc. Das funktioniert übrigens auch via Mobile Banking App am Tablet oder Smartphone. Diese App macht es möglich, via Smartphone Bargeld zu beziehen oder zu verschicken. Seit kurzem können sie bei uns auch Hypotheken online beantragen. Und als nächstes werden wir Beratungsgespräche über Video anbieten.

Die Aufgabe der Filialen wandelt sich. Aus Schalterstellen werden Begegnungs- und Beratungsstützpunkte.

Und die Filialen sind ein Auslaufmodell?

Nein, natürlich überprüfen wir die Auslastung der Filialen regelmässig und nehmen wo nötig Korrekturen vor. Grundsätzlich aber bleibt die Präsenz vor Ort, die Verankerung in den Regionen für unser Geschäftsmodell elementar. Die Aufgabe der Filialen wandelt sich allerdings: Aus Schalterstellen werden Begegnungs- und Beratungsstützpunkte. Einen Prototyp dieser neuen Form haben wir gerade diese Woche eröffnet: den MyNAB-Shop im Shoppi Tivoli in Spreitenbach. Wir sehen die Zukunft in einer Multichannel-Strategie, die dem Kunden die Wahl lässt zwischen analoger und digitaler Kommunikation.

Menschen werden auch in Zukunft mehr Vertrauen in Menschen setzen als in Algorithmen.

Kehren wir nochmals zurück zu den Fintech-Firmen. Deren Strategien beruhen zum einen auf der Rationalisierung administrativer Vorgänge durch digitale Automation, anderseits auf dem Ersatz der konventionellen Beratung durch künstliche Intelligenz. Glauben Sie nicht, der Algorithmus verdränge früher oder später die netten Beraterinnen und Berater der Bank?

Geldsachen sind eine Angelegenheit des Vertrauens, und Menschen werden auch in Zukunft mehr Vertrauen in Menschen setzen als in Algorithmen. Eine kompetente Beratung, die auf den Kunden und seine spezifische Situation eingeht schafft Mehrwert. Wir investieren deshalb in die Qualität der Beraterinnen und Berater ebenso konsequent wie in die Digitalisierung des Daily Business.

Herr Belci, danke fürs Gespräch.

(Oktober 2016)

 

 

 

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«Kein Big Bang – aber es geht schnell»

Industrie 4.0 ist in der Wirtschaftswelt das Schlagwort der Stunde. Was steckt dahinter? Und betrifft es auch uns KMU? Wir fragten Bernhard Isenschmid, Technologie- und Innovationsexperte am Hightech Zentrum Aargau.

Herr Isenschmid, erklären Sie uns doch Industrie 4.0 einmal so, als hätten wir noch nie davon gehört. Und das in zwei Sätzen, wenns geht.

Ich mache mehr als zwei Sätze, aber kurze. 4.0 steht für die vierte Entwicklungsstufe der Güterproduktion. 1.0: Dampfmaschinen erhöhen die Produktivität schlagartig. 2.0: Das Fliessband bringt Arbeitsteilung und Grossserienproduktion. 3.0: Die Elektronik erobert die Maschinensäle. 4.0: Weltweite Vernetzung, Durchdringung des Alltags mit digitaler Kommunikation und rasante Steigerung der IT-Speicher- und Rechenleistung ermöglichen die Flexibilisierung und Individualisierung der Produktion und die Vernetzung von allem mit allem (“Internet of Things”), was ganz neue Geschäftsmodelle erlaubt. Der letzte Satz war jetzt etwas länger, sorry.

Ich würde eher von einer rasanten Evolution als von einer Revolution sprechen.

Wir verzeihen Ihnen. Muss man sich den Übergang von 3.0 zu 4.0 denn als Revolution vorstellen? Irgendwann ein Big Bang, und dann haben wir 4.0?

Ich würde eher von einer rasanten Evolution reden. Vergleichen Sie es mit der Mobiltelefonie. Vor zwanzig Jahren haben Sie mit Ihrem Handy telefoniert, heute ist es auch Ihr Organizer, Ihr Fotoapparat, Ihr Social-Media-Tool, Ihre Wetterstation und einiges mehr. In zwanzig Jahren hat sich Telefonie stärker entwickelt als vorher in hundert Jahren.

“Rasante Evolution”, das könnte einen auch beunruhigen. Aber wir KMU können ja gelassen bleiben. Schliesslich heisst es “Industrie 4.0” und nicht “Gewerbe 4.0”.

Täuschen Sie sich mal nicht. Digitalisierung, Automatisierung und Vernetzung sind Entwicklungen, die ausnahmslos alle betreffen. Auch das Gewerbe. Wenn Sie im Handel tätig sind, haben Sie mit dem Vormarsch des Online-Shopping schon einen Vorgeschmack erhalten. Wenn Sie beratend tätig sind, müssen Sie sich damit auseinandersetzen, dass Beratung automatisierbar und grossflächig anbietbar wird. Oder: wenn Sie als Handwerker Einzelstücke fertigen, gilt es zu beachten, dass Industrie 4.0 auch Grossbetriebe in die Lage versetzt, ein hohes Mass an individualisierter Produktion anzubieten.

Sie nennen Risiken. Wo Risiken sind, eröffnen sich auch Chancen. 

Absolut. Stellen Sie sich zwei Schlüsselfragen. Erstens: Inwieweit kann ich neue Möglichkeiten zur Digitalisierung und Automation in meinem Unternehmen einsetzen, und welche Vorteile ergeben sich daraus für meine Kunden und mich? Und zweitens: Welchen Mehrwert bietet der nicht automatisierbare Anteil unseres Angebots?

Die Fragen zu stellen ist das eine. Sie zu beantworten, das andere. Was tun, wenn ich Unterstützung suche?

Zunächst ganz praktisch: Beobachten Sie das Verhalten junger Menschen – ihr Konsum- und Medienverhalten gibt Hinweise auf Zukunftsmärkte -, und halten Sie Augen und Ohren offen für Entwicklungen in ihrem beruflichen Netzwerk. Nutzen Sie Informationsangebote und Know-how von Branchenverbänden und von Plattformen, die sich aufs Thema Industrie 4.0 spezialisiert haben. Auch das Hightech Zentrum Aargau bietet Veranstaltungen zum Thema an. Und wenn Sie schon eine Vision entwickelt haben, welche Rolle Ihr Unternehmen in der digitalisierten Welt 4.0 spielen könnte, können Sie unsere Innovationsberatung in Anspruch nehmen.

Danke fürs Gespräch, Herr Isenschmid. 

Weiterführende Information:
Hightech Zentrum Aargau Angebote

Juni 2016  

 

Linda Baldinger, RAV Brugg:
«Unter dem kantonalen Mittel»

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Linda Baldinger, Leiterin RAV Brugg, über die Arbeitslosigkeit in der Region Brugg, über den Stellenabbau bei GE Alstom und die Angebote an Arbeitgeber, sie bei der Einarbeitung neuer Mitarbeitender zu unterstützen – auch finanziell.

Frau Baldiger, die Arbeitslosenquote in der Schweiz ist im Jahr 2015 von 3,2% auf 3,3% gestiegen. Wie sieht die Entwicklung im Aargau aus?

Wir verzeichneten auch im Aargau einen Anstieg – per Ende 2015 lag die Quote bei 3,1%. Das entspricht rund 14800 Stellensuchenden. Beim RAV Brugg waren Ende 2015 knapp 2200 Stellensuchende registriert. Die Arbeitslosenquote im Bezirk Brugg lag bei 2,8 Prozent und damit unter dem kantonalen Mittel.

Das seco sagt für 2016 eine leichte Konjunkturbelebung voraus, rechnet aber mit einer weiteren Zunahme der schweizerischen Arbeitslosenquote auf 3,6 Prozent. Ist das nicht ein Widerspruch?

Nein. Bei einer zögerlichen Konjunkturentwicklung gibt es zum einen jene Firmen, die keinen Aufschwung spüren und eher noch Stellen abbauen. Zum andern schaffen jene Firmen, deren Geschäfte sich besser entwickeln, nicht sofort neue Stellen, sondern warten zunächst ab und behelfen sich mit anderen Massnahmen wie zum Beispiel Überstunden. In der Regel braucht es ein BIP-Wachstum von 2% und mehr, bis die Zahl der offenen Stellen nachhaltig zurückgeht. Dieses Wachstum wird die Schweiz 2016 wohl kaum schaffen.

Nun hat GE Alstom den Abbau von 1300 Arbeitsplätzen in der Schweiz angekündigt, die Regionen Baden und Brugg zählen zu den Hauptbetroffenen. Hat das RAV bereits Vorkehrungen getroffen, um die steigende Zahl von Arbeitssuchenden zu bewältigen?

Zurzeit ist noch unmöglich abzuschätzen, was in Sachen GE Alstom wirklich auf die Region zukommt. Wieviele Kündigungen werden effektiv ausgesprochen? Innerhalb von welchem Zeitraum? Und über welche Qualifikationen werden die Betroffenen verfügen? Noch bis Mai 2016 läuft jetzt das Konsultationsverfahren, und die vom Regierungsrat einberufene Task-Force hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Für Fälle wie GE Alstom gibt es im Aargau einerseits das mobile RAV, das seine Beratungsleistung direkt vor Ort erbringt. Und auch die RAV-Standorte Baden und Brugg werden wir gerüstet sein, wenn die Entlassungen konkret werden.

Für Arbeitgeber ist die Situation ja eigentlich vorteilhaft: Der Arbeitsmarkt ist liquide, das Angebot an Stellensuchenden ist gewachsen. Häufig hört man aber von Arbeitgeberseite, der Markt stelle leider nicht die «richtigen» Stellensuchenden zur Verfügung: die Arbeitsuchenden seien zum Beispiel zu wenig oder falsch qualifiziert – oder schlicht zu alt.

Was den Faktor «zu alt» betrifft, halten sich leider Vorurteile hartnäckig, die durch Studien klar widerlegt sind. Auch die Höhe des Lohns zum Beispiel ist heute verhandelbar, die «Altersprämie» ist längst nicht mehr sakrosankt. Und wenn es um fachliche Defizite bei Stellensuchenden jeden Alters geht: Das RAV leistet Einarbeitungszuschüsse für höheren Einarbeitungsaufwand sowie Ausbildungszuschüsse. Da gibt es in unserer Praxis immer wieder Win-win-Situationen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Unsere Berater informieren Unternehmer und Personalverantwortliche gerne im Detail über die Möglichkeiten.

 

Max Zeier, Verein Pro BWZ Brugg:
«Wir erfahren grosse Unterstützung»

Der Berufsschulstandort Brugg ist bedroht: In zwei von drei Szenarien, die der Aargauer Regierungsrat vorgelegt hat, würde er ganz aufgehoben, in einem dritten Szenario zum Teil. Eine Task Force organisiert nun den Widerstand der Region. Max Zeier präsidiert den neu gegründeten Verein Pro BWZ Brugg.

Max Zeier, der Verein Pro BWZ Brugg lehnt das Standort- und Raumkonzept Berufsschulen Aargau ab und will Brugg als Berufsschulstandort erhalten. Spüren Sie innerhalb der Region Unterstützung für Ihr Anliegen über die direkt betroffenen Kreise hinaus?

Ich erfahre eine grosse Unterstützung in der Region Brugg/Windisch, im ganzen Bezirk Brugg. Schauen Sie sich doch mal die prominente Vertretung in der Task-Force Pro BWZ Brugg an. Es sind Inhaber und Chefs grosser und kleiner Unternehmen, die Grossräte des Bezirks, unsere Bildungspartner (FHNW, Technopark, HighTechZentrum usw.), die politischen Behörden, allen voran unser Träger, die Stadt Brugg.

Ist die Region Brugg mit ihrem Widerstand allein auf weiter Flur, oder kommt Kritik auch aus anderen Regionen?

Massive Kritik ist aus allen von Schulschliessungen betroffenen Regionen zu vernehmen. Rheinfelden, Lenzburg, Zofingen und Wohlen sind kaum mit den geplanten Schliessungen einverstanden. Ein gemeinsames Vorgehen ist in Abklärung.

Derzeit läuft eine regionale Inseratekampagne mit Persönlichkeiten, die dem BWZ den Rücken stärken. Welche weiteren politischen und Kommunikationsmassnahmen sind in der Pipeline?

Wir haben die Website «Pro BWZ Brugg» aufgeschaltet und werden diese laufend aktualisieren. Mit einem Newsletter wurden unsere Lehrbetriebe informiert und ebenfalls aufgefordert, uns zu unterstützen. Die Steuerungsgruppe Pro BWZ Brugg wird an der nächsten Sitzung ein alternatives Szenario erarbeiten –Vorleistungen sind bereits erbracht –und dieses sowohl dem Bildungsdepartement wie auch allen Interessierten zugänglich machen. Weitere Ideen sind in den Köpfen und werden bald an die Öffentlichkeit gelangen.

Ich bin mir aber bewusst, dass der eigentliche Kampf um die Erhaltung des BWZ Brugg erst nach Ablauf der Anhörungsfrist richtig beginnt. Wir haben unseren Kampfeswillen, wie damals im Jahre 2000/2001, als bereits einmal die Schliessung drohte, nicht verloren!

Hier geht’s zur Website des Vereins Pro BWZ Brugg.

Martin Kummer, Treier AG, Schinznach:
«Der Bau-Hype in der Region Brugg ist vorbei»

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Martin Kummer, Inhaber und Geschäftsführer der Baufirma Treier AG in Schinznach und Präsident des Baumeisterverbands Aargau, über die aktuelle Situation und die Aussichten für die regionale Baubranche.

Herr Kummer, 2014 war für die Schweizer Baubranche ein sehr gutes Jahr, auch in der Region Brugg, wie unsere «Pulsmesser»-Umfrage kürzlich belegt hat. Wird die Baubranche auch dieses Jahr die regionale Konjunktur retten?

2014 war wirklich ein gutes Baujahr, zumal im Aargau, wo der Wohnungsbau durch die anhaltende Zuwanderung weiterhin begünstigt war. Ob wir dabei besonders gut verdient haben, steht auf einem anderen Blatt. Das Jahr 2015 wird unserer Branche keine Rekordumsätze mehr bescheren, aber eine anhaltend gute Auslastung bringen. Denn der Auftragsvorrat aus Projekten, die in letzter Zeit angestossen wurden, ist immer noch komfortabel.

Gilt das im Speziellen auch für die Region Brugg?

Im Moment geht die Post eher im Raum Lenzburg ab.

In unserer Region gab es den Sondereffekt Campus Brugg-Windisch, da sind, besonders in der engeren Agglomeration Brugg-Windisch-Hausen, grosse Neubauvorhaben im Wohnungsbau realisiert worden. Einerseits flacht die Campus-Euphorie jetzt ab, wobei die ausgeschriebenen Eigentums- und Mietwohnungen bisher gut vermittelbar sind. Anderseits sind die Baulandreserven in diesem Gebiet für grössere Projekte mittlerweile knapp. Der regionale Bau-Hype ist vorbei. Im Moment geht die Post eher im Raum Lenzburg ab.

Sie erwähnten, der Umsatz 2014 sei sehr gut gewesen, die Ertragslage aber nicht. Wollen Sie wirklich die Bauern im Jammern übertreffen? Bei Rekordumsätzen muss doch auch der Gewinn formidabel sein!

Über alles gesehen besteht in der Baubranche deshalb trotz guter Auftragslage eine Überkapazität.

Der Vergleich mit den Bauern hinkt: Wir müssen überleben ohne Subventionen und Direktzahlungen. Unsere Branche tickt anders. Wir haben einerseits die angestammten Schweizer Baufirmen. Von denen haben viele mittlerweile als zweites Standbein eine Immobiliengesellschaft aufgebaut. Was sie dort verdienen (und zu verdienen gab es in den vergangenen Jahren gut), nutzen die einen eben zur Quersubventionierung des Baugeschäfts, sichern also die Beschäftigung der im Bau Arbeitenden mit preislich tiefen Angeboten und halten sich dafür mit Immobiliengeschäften schadlos. Zusätzlich funken neu gegründete Baufirmen dazwischen, die unter Missachtung geltender gesamtarbeitsvertraglicher Regeln Mitarbeitende zu Dumpingpreisen beschäftigen und entsprechend tiefpreisig offerieren. Sie schaden der angestammten Bauwirtschaft, die ihre Mitarbeiter fair entschädigen will, enorm. Über alles gesehen besteht in der Baubranche deshalb trotz guter Auftragslage eine Überkapazität. Das drückt die Margen extrem.

Was ja eigentlich für die Bauherren eine schöne Situation ist …

Natürlich. Aber ich plädiere da für eine gewisse Fairness und für ein Verantwortlichkeitsgefühl der Bauherrschaften. Fragen Sie vor der Auftragsvergabe, ob die Mitarbeitenden eines Unternehmens gemeldet und anständig bezahlt sind. Es kann ja nicht sein, dass Bauaufträge ohne ein paar gesamtwirtschaftliche und ethische Überlegungen an einen Discounter vergeben werden, der seine Leute schlecht bezahlt und vielleicht innert Kürze nicht mehr greifbar (also haftbar) ist. Aus meiner Sicht muss die Zusammenarbeit zwischen der Paritätischen Berufskommission Bau (PBK-Bau), der Arbeitsmarktkontrolle-Bau (AMK-Bau) und dem Departement Volkswirtschaft und Inneres erweitert und ausgebaut werden. Nur so kann an der jetzigen Situation am Arbeitsmarkt etwas verändert werden.

Letzte Frage: Welche Folgen hatte der Beschluss der Nationalbank vom 15. Januar, den Eurokurs freizugeben, bisher für Ihre Branche?

Das Baugeschäft ist ein standortbezogenes Geschäft, Wechselkursbewegungen sind deshalb nicht matchentscheidend. International ist der Handel mit Baumaterialien, die wir schon immer teilweise aus dem Euroraum bezogen haben. Auf diesem Gebiet haben wir festgestellt, dass unsere Lieferanten aus dem Euroraum diesmal die aus dem veränderten Kurs resultierenden Preisvorteile rasch an uns weitergegeben haben. Anderseits haben auch unsere Kunden sehr rasch reagiert und entsprechende Preisanpassungen angemahnt. Unterm Strich würde ich sagen, es sei für uns ein Nullsummenspiel, während der Endkunde profitiert.

Mai 2015

 

 

 

 

 

 

Claude Werder, Samuel Werder AG, Veltheim
«Die Schweizer Berufsbildung ist unschlagbar»

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Claude Werder führt die Samuel Werder AG, Spezialistin für Feinwerktechnik mit Sitz in Veltheim, durch bewegte Zeiten. Und hat den Mut, laufend zu investieren – in die Standortsicherung, vor allem aber in die Innovation. Dazu braucht er erstens gute Leute, zweitens gute Leute, drittens gute Leute.

Geschäftsführer tragen heutzutage nicht mehr zwingend Krawatte. Aber ein Kittel und eine gebügelte Hose sind doch immer noch ein weit verbreiteter Standard. Nicht für Claude Werder, Sohn des Firmengründers und Geschäftsführer der Feinwerkstätte Samuel Werder AG in Veltheim. Er tritt zum Interview im Arbeitsgwändli an (Latzhose und irgendwas darunter): «So ist mir am wohlsten», sagt er, «und es passt auch dazu, wie ich das Unternehmen leite: in grösstmöglicher Nähe zum betrieblichen Alltag.» Zum Gespräch gibt’s Kaffee, den der Chef selber aus dem Automaten holt. Die Samuel Werder AG bietet aktuell um die sechzig Vollzeitstellen, zählt einen Kundenstamm von rund 350 Firmen und beliefert zu rund 95 Prozent weiterverarbeitende Firmen, die selber auch in der Schweiz tätig sind. «Wir sind ein klassischer Zulieferbetrieb für exportorientierte Firmen, die im Hochqualitätsbereich tätig sind und deshalb die Sicherheit von Zulieferern suchen, die ihrerseits hohen Qualitätsansprüchen genügen.»

Herr Werder, unter Feinwerktechnik kann sich nicht jeder etwas vorstellen. Wo begegnen wir «Feinwerken» aus Ihrem Unternehmen?

Wir stellen aus verschiedensten Metallen und Kunststoffen hochpräzise, feinmechanische Teile her. Da entscheiden oft zwei, drei tausendstel Milimeter darüber, ob das Teil den Anforderungen des Kunden entspricht oder nicht. Produkten, an denen wir mitgewirkt haben, begegnen Sie in den verschiedensten Bereichen. Wir produzieren Zylinder für elektronische Schlösser, Hüftimplantate für Hunde, Teile für High-End-Waagen, für Seifenspender, für Kameras, für Turbolader oder Flugzeuge, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ihr Unternehmen ist in Veltheim zu Hause. Ein schönes Dorf, aber nicht gerade ein Hotspot für Hightech.

Uns gefällt es hier. Mein Vater hat die Firma in Schinznach-Bad gegründet, unsere Pläne für die weitere Firmenentwicklung liessen sich mit der Zeit nicht mehr mit den Absichten dieser Gemeinde harmonisieren. Wir fanden in Veltheim einen Standort, an dem wir unsere Ausbaupläne realisieren konnten. Kürzlich haben wir unser Bekenntnis zu diesem Standort mit einem Erweiterungsbau bekräftigt.

Viele schöne Aufträge erhalten wir mittlerweile, weil sich herumgesprochen hat, dass Werder oft das Unmögliche möglich macht.

Wir wissen ja: der Werkplatz Schweiz ist teuer. Immer droht im Zeichen der Rendite und des tieferen Preises die Abwanderung von Arbeiten – auch von qualifizierten Arbeiten – in Tieflohnländer. Wie behaupten Sie sich da?

Durch klassische Werte des Werkplatzes Schweiz: Zuverlässigkeit, Beständigkeit, Qualität. Vor allem aber durch unseren innovativen Geist. Viele schöne Aufträge erhalten wir mittlerweile, weil sich herumgesprochen hat, dass Werder oft das Unmögliche möglich macht.

Wollen Sie behaupten, Sie könnten zaubern?

Das hat nichts mit Zaubern zu tun, sondern mit Innovations- und Investitionsfreude. Wenn ein Kunde etwas will, das bisher als unmöglich galt, dann schauen wir halt in gemeinsamer Arbeit, wie dieses Ziel doch erreichbar wäre. Das ist immer ein unternehmerisches Risiko, aber wir fahren in der Regel gut damit, dass wir bereit sind, dieses Risiko einzugehen.

Wir diskutieren in der Schweiz seit Jahren den Fachkräftemangel. Sie werden davon ja wohl auch betroffen sein, wenn Sie Ihre Qualitätsstandards auf einem so hohen Niveau definieren!

Der Fachkräftemangel ist schon ein Problem, auch für uns. Der inländische Arbeitsmarkt für Kräfte, wie wir sie suchen, ist weitherum ausgetrocknet. Man hat drei Optionen: Man holt sich die Fachkräfte von irgendwo aus dem Ausland, man wirbt um die Fachkräfte von anderen Unternehmen, oder man bildet sie selber aus und bietet ihnen anschliessend eine Arbeitszufriedenheit, die sie zu treuen Mitarbeitenden macht. Ich bevorzuge den dritten Weg, nutze die anderen aber auch.

Immer wieder entdecken wir unter den Bewerbungen, die nicht den üblichen Normen entsprechen, Talente, die wir dann intern schulen.

Warum die Priorität für die interne Ausbildung?

Noch immer ist die Qualität der Schweizer Berufsbildung im Vergleich mit umliegenden Ländern unschlagbar. Dieses Berufsbildungssystem müssen wir auf jeden Fall erhalten. Wir bilden gerne Lehrlinge aus. Ergänzend sind wir offen für alternative Einstiege in unser Unternehmen. Immer wieder entdecken wir unter den Bewerbungen, die nicht den üblichen Normen entsprechen, Talente, die wir dann intern schulen. Das ist dann unser zweiter Weg, um unseren Nachwuchs zu fördern.

Seit 2014 haben Sie den neuen Campus der FHNW Brugg-Windisch und das Hightech-Zentrum Aargau in Brugg quasi vor der Haustür. Profitieren Sie davon?

Gerade aktuell haben wir keine gemeinsamen Projekte. Vor ein paar Jahren allerdings haben wir gemeinsam mit zwei Bachelors der FHNW eine Smartphone-App für unsere Branche entwickelt, die mittlerweile bereits gut 100000-mal heruntergeladen wurde und von Polymechanikern sehr geschätzt wird. Eine schöne, kleine Erfolgsstory für die ehemaligen Studenten und mich. Übrigens arbeiten wir im Moment an einem weiteren Update von «MechTab». Die Nähe der genannten Institutionen ist auf jeden Fall wertvoll für Firmen wie uns, und ich habe auch die eine oder andere Idee für weitere Projekte.

Dr. Martina Kühne / Georges Boutellier:
Welche Zukunft hat Brugg als Detailhandelsplatz?

Unser KMU-Gespräch widmet sich diesmal den Herausforderungen des Detailhandelsplatzes Stadt Brugg. Wir befragten
Dr. Martina Kühne – sie ist Senior Researcher am Gottlieb Duttweiler Institute und befasst sich mit den Themen Konsum, Handel und Mobilität – und Georges Boutellier. Er ist seit über 40 Jahren Inhaber und Geschäftsführer von Boutellier Uhren und Schmuck in Brugg und präsidierte über ein Jahrzehnt lang die Vereinigung Neumarkt.

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Frau Kühne, bevor wir uns der Situation in Brugg zuwenden, frage ich Sie nach der Zukunft des stationären Detailhandels generell. Welche Trends prägen die Entwicklung?

Martina Kühne: Immer mehr Menschen informieren sich heute online über Produkte, vergleichen Preise und tauschen sich mit Gleichgesinnten aus, bevor sie sich zu einem Kauf entscheiden. Kommen sie dann ins Geschäft – ausgerüstet mit ihrem mobilen Shoppingassistenten, dem Smartphone – sind sie oft bereits besser informiert als das Verkaufspersonal selbst. Wenn sie denn überhaupt noch kommen. Denn heute funktioniert Einkaufen auch ohne Laden. Die grosse Frage für den stationären Handel wird also heissen: Wie locke ich die Konsumenten in Zukunft in den Laden?

Danke für diese Frage. Können Sie sie auch gleich beantworten?

Martina Kühne: Findige Ladenbesitzer schauen der fortschreitenden Verzahnung von realer und virtueller Welt nicht tatenlos zu. Zwar mögen kleinere lokale Händler mit den Preisen der neuen Online-Konkurrenz nicht mithalten, dafür können sie die  Stärken des realen Ladens nutzen. Die sofortige Verfügbarkeit von Produkten, die individuelle Beratung durch sympathisches Personal, das sinnliche Einkaufserlebnis – solche Stärken müssen noch stärker ausgespielt werden. Und neue innovative Services aufgebaut werden. Lieferdienste, Pick-Up- oder Drop-Off-Stationen haben Potenzial. Ein Quartierladen, in dem die Kunden auch ihre Postpakete abholen und zugleich noch einen Kaffee trinken können, würde vielerorts Zuspruch finden. Dafür müssen sich lokale Händler aber zusammen tun und miteinander kooperieren, statt sich zu bekämpfen.

Heute funktioniert Einkaufen auch ohne Laden. Findige Ladenbesitzer schauen der fortschreitenden Verzahnung von realer und virtueller Welt nicht tatenlos zu. 

Georges Boutellier, Sie sind Detailhandelspraktiker mit jahrzehntelanger Erfahrung. Sind Frau Kühnes Rezepte die richtigen?

Georges Boutellier: Absolut. Die neue Konkurrenz durch den Online-Handel und die universelle Zugänglichkeit von Produktinformation wird im stationären Handel, vor allem im Fachhandel, die Spreu vom Weizen trennen. Gefordert ist eine gleichbleibend starke Leistung: Wir müssen fachlich wirklich stark sein, eine einnehmende Atmosphäre bieten und uns durch tadellosen Service das Vertrauen unserer Kunden immer wieder neu verdienen. Persönliche Begegnung schafft eine Beziehungsqualität zwischen Händler und Kunde, die durch Online-Angebote schlicht nicht zu toppen ist.

Zur Stadt Brugg als regionaler Hotspot des Detailhandels: Die Brugger Geschäfte haben schon bessere Zeiten gesehen. Die Dynamik der 70-er bis 90-er-Jahre (Neumarkt, neue Umfahrung, Fussgängerzonen) hat sich verflüchtigt. Inzwischen haben Grossverteiler subregionale kleinere Einkaufszentren errichtet, und die Mobilität der Konsumenten in Richtung grosser Zentren wie Zürich hat zugenommen. Hinzu kommt der wachsende Einkaufstourismus. Wie weiter, Herr Boutellier?

Georges Boutellier: Die Rahmenbedingungen werden auch in Zukunft nicht einfacher. Ich glaube aber, dass wir am Standort Brugg gar nicht so schlechte Karten haben, uns zu behaupten. Wir haben immer noch eine stolze Präsenz des hochqualifizierten Fachhandels in verschiedenen Branchen. Ausserdem gehe ich davon aus, dass die Bevölkerung der Region überdurchschnittlich wachsen wird, weil wir vom prohibitiven Preisniveau bei den Immobilien im Grossraum Zürich profitieren. Unsere Region bietet eine hohe Lebensqualität zu noch vernünftigen Preisen.

Der Campusbau der FHNW in Windisch hat zu einer Verdoppelung der Anzahl Studenten und Dozierenden geführt. Warum erwähnen Sie das nicht? Das sind doch alles neue Kunden?

Georges Boutellier: Der positive Einfluss des neuen Campus auf den Brugger Detailhandel, übrigens auch auf die Gastronomie von Brugg, wird überschätzt. Das Meiste an Konsumgeld, das auf dem Campus-Areal neu anfällt, wird in den engen Grenzen des Campus-Areals ausgegeben. Da ist übrigens auch die triste Unterführung zwischen Neumarktplatz und Brugg Bahnhof Süd eine wichtige Hemmschwelle. Für uns als Händler ist der Zuzug neuer Einwohner relevanter als der Hochschulbetrieb.

Der positive Einfluss des neuen Campus auf den Brugger Detailhandel und die Brugger Gastronomie wird überschätzt. Für uns ist der Zuzug neuer Einwohner relevanter als der Hochschulbetrieb.

Mit der Bahnunterführung sprechen Sie das Thema Langsamverkehr an.

Georges Boutellier: Genau. Zur tristen Bahnunterführung kommt eine Fussgängerzone, die keine ist. Das Gebiet vom Neumarkt bis zum Lindenplatz nennt sich zwar Fussgängerzone, aber der Zugang für Fahrzeuge ist derart schwach reglementiert, dass den Passanten trotzdem laufend Fahrzeuge um die Ohren fahren. Da müsste man ein konsequentes Zugangsregime aufbauen.

Das sind Angelegenheiten, die in die Zuständigkeit der städtischen Politik fallen.

Georges Boutellier: Ich wünschte mir eine Stadtregierung und eine Verwaltung, die mehr Verständnis hätten für die existenziellen Anliegen des Handels in Brugg und mehr tun würde, um uns als steuerzahlenden Unternehmungen das Überleben etwas einfacher zu machen.

Ich wünschte mir eine Stadtregierung und eine Verwaltung, die mehr Verständnis hätten für die existenziellen Anliegen des Handels in Brugg.

Frau Kühne und Herr Boutellier, welche Chancen sehen denn Sie für den Einkaufsplatz Brugg?

Martina Kühne: Es ist immer eine Frage, mit wem man sich vergleicht. Versucht sich Brugg im überregionalen Kontext gegen grössere Städte wie Zürich und Basel als Shopping-Destination zu behaupten, wird es schwierig. Im lokalen Kontext allerdings ist ein vielseitiges Angebot an Händlern und Läden essenziell für die Attraktivität und die Lebensqualität in einem Ort. Oder stellen Sie sich Brugg mal ohne Läden vor, das Stadtzentrum wäre total trist und tot.

Georges Boutellier: Danke für diese unerbittliche Vision, Frau Kühne. Ich vertraue darauf, dass die Leistungsfähigkeit der Detailhändler zusammen mit dem Gespür der Konsumenten und der Stadtbehörden für die Bedeutung des Detailhandels als Teil der Standortattraktivität Kräfte bilden, welche diese Tristesse verhindern werden!

Stephan Burkart, Hochschule für Wirtschaft FHNW:
«Stellen Sie uns vor Probleme!»

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Prof. Stephan Burkart, Jg. 1964. Nach einer kaufmännischen Lehre und dem Studium an der HWV Aargau in Baden war Stephan Burkart 8 Jahre in der Informatik tätig, zuletzt als Projektleiter SAP bei AC-Automation Center AG in Wettingen. Seit 1997 ist er Dozent und Leiter Praxistransfer der Hochschule für Wirtschaft FHNW.

Interview: Martin Jakob/16. Juni 2014

KMU Region Brugg: Die Hochschule für Wirtschaft FHNW bildet die Unternehmenskader von morgen aus. Was können die Kader von morgen für unsere KMU schon heute leisten?

Stephan Burkart: Unsere Studierenden erhalten hier zum einen die theoretische Basis, anspruchsvolle Aufgaben in der Wirtschaft zu lösen. Zum andern wollen wir sie bereits während des Studiums mit der praktischen Anwendung theoretischen Wissens vertraut machen. Die Lösung aktueller unternehmerischer Problemstellungen ist darum Teil der Ausbildung. Zum Studiengang gehören die «Bachelor Thesis», die «Projektarbeit» und das «Praxisprojekt». Da müssen die Studierenden zeigen, dass sie Theorie in der Praxis nutzbringend anwenden können. Alle diese Formen des Praxistests realisieren wir in Kooperation mit Unternehmungen.

KMU Region Brugg: Und was haben diese Firmen davon?

Stephan Burkart: Firmen, die mit uns zusammenarbeiten, erhalten auf eine konkrete Fragestellung einen konkreten Lösungsvorschlag, und das zu attraktiven Konditionen. Eine Bachelor Thesis zum Beispiel kostet 900 Franken, eine Projektarbeit 2000 Franken.

KMU Region Brugg: Machen Sie doch ein paar Beispiele ausgeführter Arbeiten.

Stephan Burkart: Ich wähle Beispiele aus der näheren Umgebung: Ein Fachgeschäft in Brugg beauftragte uns, ein Marketingkonzept zu erarbeiten. Gleichzeitig wurde auch ein neuer Standort bezogen. Die Studierenden erarbeiteten neben Vorschlägen für eine bessere Vermarktung des Angebots auch einen Vorschlag für den grafischen Auftritt sowie ein Konzept für den Eröffnungstag. Für eine Gemeinde in der Region führten unsere Studierenden eine Bevölkerungsumfrage im Zusammenhang mit einem allfälligen Gemeindezusammenschluss durch. Aufgrund dieser Umfrage werden nun weitere Gespräche geführt. Für ein international tätiges Unternehmen in Brugg beantworteten unsere Studierenden die Frage, wie das Unternehmen und die Marke wahrgenommen werden und erstellten gleichzeitig eine Kundenzufriedenheitsanalyse. Diese gab dem Auftraggeber wichtige Hinweise betreffend Angebot und Serviceleistungen.

Wir holen systematisch Feedbacks ein. Um die 95 Prozent aller Auftraggeber sagen, sie seien mit dem Ergebnis unserer Arbeit zufrieden bis sehr zufrieden.

KMU Region Brugg: Können Sie belegen, dass die Arbeiten der Studierenden zur Zufriedenheit der Auftraggeber ausfallen?

Stephan Burkart: Wir holen systematisch Feedbacks ein. Um die 95 Prozent aller Auftraggeber sagen, sie seien mit dem Ergebnis der Projektarbeit zufrieden bis sehr zufrieden.

KMU Region Brugg: Wie hoch liegt denn der Anteil der Firmen aus der Region an den studentischen Arbeiten der Hochschule für Wirtschaft FHNW?

Stephan Burkart: Knapp 60% unserer studentischen Arbeiten realisieren wir für Auftraggeber aus dem Kanton Aargau. Etwa 10% aller Arbeiten stammen aus der Region Brugg. Ich würde mir wünschen, dass dieser Anteil noch grösser wäre.

Ich wünsche mir, dass der Anteil der Aufträge
aus der Region Brugg noch wachsen würde.

KMU Region Brugg: Und wie geht man vor, wenn man von Ihren Diensten profitieren möchte?

Stephan Burkart: Wichtig ist zunächst eine konkrete Aufgabenstellung. Schliesslich sollen die erarbeiteten Lösungen dem Auftraggeber einen spürbaren praktischen Nutzen bringen. Nach dem Kick-off-Meeting zwischen Auftraggeber, Studierenden und begleitendem Dozenten ist es wichtig, dass beim Auftraggeber eine Ansprechperson als Sparringpartner zur Verfügung steht, sei es um Fragen beantworten zu können oder um den Studierenden die für die Erfüllung des Auftrages notwendigen Informationen zu liefern.

KMU Region Brugg: Und wie geht man vor, wenn man von Ihren Diensten profitieren möchte?

Stephan Burkart: Unter http://www.fhnw.ch/wirtschaft/dienstleistung/studierendenprojekte finden Sie alle relevanten Unterlagen. Gerne können Sie sich auch direkt bei mir melden:  (Stephan.burkart@fhnw.ch)

 

Verena Rohrer, Standortförderung Brugg Regio: «Die Richtung stimmt.»

Verena Rohrer

Verena Rohrer, 33, leitet seit Anfang 2012 die regionale Standortförderung von Brugg Regio und ist seit Anfang 2014 auch Leiterin der Geschäftsstelle Brugg Regio. Die Geschäftsstelle Brugg Regio befindet sich seit Herbst 2013 im gleichen Gebäude wie das Hightech Zentrum Aargau an der Badenerstrasse 13 in Brugg. Verena Rohrer wohnt in Rombach AG.

Interview: Martin Jakob/17. Januar 2014

KMU Region Brugg: Frau Rohrer, Brugg Regio hat sich auf Anfang 2014 eine neue Organisation gegeben. Was hat sich geändert, und welche Rolle spielen Sie dabei?

Verena Rohrer: Brugg Regio, also der Regionalplanungsverband, dem 26 Gemeinden angehören, hat seine Organisation verschlankt, professionalisiert und ist zugleich zur „Basisdemokratie“ zurückgekehrt. Das bedeutet, dass die bisherige Geschäftsleitung mit jeweils einem Vertreter pro Teilregion abgeschafft wurde und alle Entscheide künftig wieder durch die Vollversammlung aller Gemeindevertreter getroffen werden. Zudem sind die administrativen Aufgaben, die bisher von Gemeindeangestellten nebenher zu erfüllen waren, nun neu bei einer Geschäftsstelle konzentriert. Deren Leitung liegt bei mir, unterstützt werde ich von meinem neuen Mitarbeiter Florian Zimmermann. Insgesamt ist die Geschäftsstelle mit 45 Stellenprozenten dotiert.

KMU Region Brugg: Vor zwei Jahren sind Sie angetreten mit dem erklärten Ziel, von der reinen Tourismusförderung wegzukommen und den Fokus der regionalen Standortförderung auf die Region als Ganze zu erweitern – inklusive Wirtschaft, Wohnen, Bildung. Wie sieht da Ihre Zwischenbilanz aus?

Verena Rohrer: Wir kommen voran. Nicht immer so schnell, wie ich möchte, aber die Richtung stimmt.

KMU Region Brugg: Beispiele?

Verena Rohrer: In den vergangenen zwei Jahren entstanden viele Grundlagen, um künftige Projekte wirkungsvoll zu gestalten. Vor allem habe ich viel Zeit in die Standortanalyse und in die Vernetzung mit Wirtschafts- und Bildungsinstitutionen investiert. Wichtig war mir die Entflechtung von Tourismusmarketing und genereller Standortförderung. Das ist mit entsprechender Korrektur der Internetauftritte von Tourismus (regionbrugg.ch) und Brugg Regio (bruggregio.ch) sowie mit der Eröffnung des Info-Büros im Odeon Brugg gelungen. Gefreut hat mich natürlich auch die erfolgreiche Durchführung des ersten „slowUp“ in der Region Brugg.

KMU Region Brugg: Und was hat sich im Bereich Wirtschaft konkret getan?

Verena Rohrer: Mit Aargau Services, also der kantonalen Standortförderung, besteht mittlerweile ein guter Dialog und eine gefestigte Zusammenarbeit. Mit dem „I-Markt.ch“ – einer Internetplattform, auf der sich regionale Anbieter den Lernenden und Lehrenden des FH-Campus präsentieren können – ist ein konkretes Projekt verwirklicht worden. In der Pipeline steckt die Anbindung von Brugg Regio an die Immobiliendatenbank von Aargau Services, die uns wertvolle Grundlagen zur Beratung von Firmen liefert, welche sich neu in der Region ansiedeln wollen oder die ihren Standort bereits in der Region haben und infolge ihres Wachstum neue Standorte innerhalb der Region suchen.

KMU Region Brugg: Derzeit profitiert Brugg Regio von Projektzuschüssen aus der Neuen Regionalpolitik (NRP), ein Programm des Bundes, das Ende 2015 ausläuft. Ist danach in der Region Brugg fertig lustig mit Standortförderung?

Verena Rohrer: In der Tat basieren unsere Jahresbudgets 2014 und 2015 auf den Gemeindebeiträgen für die regionale Standortförderung, wie sie 2010 erstmals definiert wurden. Mit Unterstützung der NRP Projektgelder sind aktuell die Entwicklungsprojekte und Projekte zur Stärkung der Region bis Ende 2015 in der Art möglich. Will die Region Brugg auch nach 2015 regionale Standortförderung in dem Rahmen betreiben, wie er nun geschaffen worden ist, muss die Finanzierung von zusätzlichen 100‘000 Franken zum normalen Budget für die Jahre ab 2016 auf eine neue Basis gestellt werden. Darin enthalten sind neben Betriebskosten auch Projektgelder.

Will die Region Brugg auch nach 2015 regionale Standortförderung im jetzigen Rahmen betreiben, muss die Finanzierung von zusätzlichen 100‘000 Franken für die Jahre ab 2016 auf eine neue Basis gestellt werden.

KMU Region Brugg: Ein heisses Eisen … 

Verena Rohrer: Heisse Eisen kann man schmieden. Das wird für Brugg Regio eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Jahr sein. Einige Möglichkeiten sind angedacht, zum Beispiel eine nach Zentrumsnähe differenzierte Erhöhung der Gemeindezuschüsse.

KMU Region Brugg: Gehört ein Griff in den Beutel der Unternehmen auch zu den angedachten Möglichkeiten? 

Verena Rohrer: Denken darf man bekanntlich alles: Ja, in diese Richtung gehen meine Gedanken und Hoffnungen auch. Ich weiss aber, dass bei einem solchen Anliegen auch der Nutzen für die Wirtschaft klar zu dokumentieren ist und ich auf die Solidarität der Unternehmen mit den Zielen der Standortförderung muss zählen.

KMU Region Brugg: Was steht dieses Jahr ausserdem in Ihrer Agenda? 

Verena Rohrer: Für die Region Brugg soll ein modular und deshalb vielseitig verwendbarer Imagefilm entstehen, da startet in Kürze die Offertausschreibung. Im Zusammenhang mit der Weiterführung der Standortförderung nach Ende 2015 entsteht eine Gesamtstrategie. Ebenfalls möchte ich 2014 sogenannte Soundingboards (dt. „Resonanzböden“) etablieren: Das sind Gruppen von Interessenvertretern, welche die Standortförderung kommentierend, beratend und Impulse gebend begleiten. Zunächst wird ein Soundingboard Bildung und eins für die Wirtschaft entstehen, dann auch eins für den Bereich Kultur, Freizeit und Tourismus. In Bezug auf raumplanerische Aufgaben wird uns das Regionale Entwicklungskonzept weiter beschäftigen. Da läuft im Moment eine Bereinigungsphase, welche die Inputs aus den Stellungnahmen der Gemeinden verarbeitet. Anschliessend startet Mitte Jahr das öffentliche Mitwirkungsverfahren.

Ebenfalls möchte ich 2014 sogenannte Soundingboards (dt. „Resonanzböden“) etablieren: Das sind Gruppen von Interessenvertretern, welche die Standortförderung kommentierend, beratend und Impulse gebend begleiten.

KMU Region Brugg: Zum Schluss: Ihr grösster Ärger bisher bei Brugg Regio, Ihre grösste Freude? 

Verena Rohrer: Ärger ist ein hartes Wort. Ich komme aus der Privatwirtschaft, da geben die komplizierten Entscheidungswege in der Politik manchmal schon zu beissen. Am meisten gefreut hat mich, inzwischen so viele Menschen kennengelernt zu haben, die sich aktiv und mit grossem Einsatz für die Region engagieren.